Red Riding Hood, 2019
„Red Riding Hood“ von Anna Vinterfall ist eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit Erzählung, Symbolik und dem Zusammenspiel von Wahrnehmung und Fantasie. Durch ihre akribische digitale Schichtung verwandelt Vinterfall das bekannte Märchen in ein surreales visuelles Erlebnis, das an der Grenze zwischen Realität und Illusion balanciert. Das Werk erzeugt Spannung und Erwartung und entführt die Betrachter in eine Welt, in der Geschichte und Identität verschmelzen und jedes Detail zur näheren Betrachtung einlädt.
In „Red Riding Hood“ schafft die Künstlerin durch ihren sorgfältigen Umgang mit Licht, Textur und Komposition eine vielschichtige, fast filmische Szene. Jedes Bildelement trägt eine Intention, doch der Gesamteindruck bleibt fließend und regt die Fantasie des Betrachters an, Lücken zu füllen und verborgene Bedeutungen zu entdecken. Vinterfalls charakteristische Technik – das schichtweise Aufbauen von Bildern wie DNA-Stränge – verleiht dem Werk Tiefe und Komplexität und eröffnet mit jedem Blick neue Entdeckungen.
Dieses Werk verdeutlicht Vinterfalls Fähigkeit, technische Meisterschaft mit poetischem Erzählen zu verbinden und eine klassische Erzählung in eine intime Reflexion über menschliche Wahrnehmung und Emotion zu verwandeln. Rotkäppchen entführt die Betrachter in ein Universum, das zugleich zerbrechlich, geheimnisvoll und visuell fesselnd ist – ein Raum, in dem die Realität neu interpretiert wird und die Fantasie im Mittelpunkt steht. Es zeugt von Vinterfalls Können, Bilder zu schaffen, die sowohl visuell als auch konzeptionell berühren und bei allen, die ihnen begegnen, einen bleibenden Eindruck hinterlassen.