Danny Avidan

Danny Avidan ist ein Maler, geboren 1989 in Kingston, Jamaika. Seine großformatigen, körperlichen Leinwände baut er aus Gips, Farbe und Bleistift auf, und die Figuren darin halten selten still: Körper nehmen Gestalt an, sinken zurück in die Oberfläche und kehren in neuer Form wieder.

Avidan arbeitet im Raum zwischen Figuration und Abstraktion und behandelt jedes Gemälde als Zeugnis seiner eigenen Entstehung. Frühere Fassungen des Bildes bleiben unter neuen Schichten begraben, sodass jedes Werk die Zeit in sich trägt, die es brauchte, um zu werden, was es ist. Das Ergebnis ist zugleich roh und zärtlich, nah am Selbstporträt und nah am Mythos.

Danny Avidan in front of one of his paintings
Painting by Danny Avidan, mixed media on canvas, 150 × 180 cm

Mischtechnik auf Leinwand, 150 × 180 cm

Über Danny Avidan

Im Zentrum von Avidans Arbeit steht die Spannung zwischen Form und Formlosigkeit. Auf Leinwand und Papier erscheinen menschliche Figuren als flüchtige Präsenzen in Feldern aus vernarbter Farbe – kreidiges Weiß, zartes Rosa, Ocker und tiefes Rot –, gezeichnet mit einer schnellen, suchenden Linie und von der nächsten Schicht teilweise wieder überdeckt.

Die Figuren sind selten Porträts bestimmter Personen. Sie lesen sich eher als Seelenzustände, Erinnerungen oder Archetypen und wirken zugleich als Selbstporträts, die die Bewegungen und Sehnsüchte des Malers spiegeln. Wie der Künstler scheinen sie etwas von innen nach außen drängen zu wollen, um mehr zu werden, als sie sind. Sie dehnen sich, zerfallen und verschmelzen mit ihrer Umgebung.

In den letzten Jahren wurden seine Werke in Berlin, Mailand, Paris, Venedig und Barcelona gezeigt. 2025 eröffnete er die Einzelausstellung In The Worldbreath All Is Wave bei der Galleria Alessandro Albanese in Matera, Italien.

Painting by Danny Avidan, mixed media on canvas, 195 × 180 cm
Painting by Danny Avidan, mixed media on canvas, 200 × 180 cm
Painting by Danny Avidan, mixed media on canvas, 100 × 73 cm

Aufbauen, auslöschen, neu aufbauen

Ein Gemälde von Avidan beginnt direkt auf der Leinwand. Die Bewegung seines Körpers und der Fluss der Farbe bestimmen das erste Bild. Dann bricht die Szene zusammen: Er kratzt, deckt ab und übermalt, lässt Gips und Pigment begraben, was da war, und zeichnet mit Bleistift erneut auf die neue Oberfläche.

Diese Zyklen aus Aufbau und Auslöschung bilden den Kern seiner Praxis. Spuren früherer Zustände bleiben sichtbar – ein Gesicht unter einem weißen Schleier, ein Glied, das eine spätere Geste durchschneidet – und machen die Leinwand zu einem Archiv aus Schichten. Erschaffen und Zerstören werden zu zwei Seiten derselben Handlung.

Jedes Gemälde von Danny Avidan ist Grabstätte und Geburtsort zugleich: Was unter der Oberfläche verschwindet, wird zum Grund für das, was danach kommt.

Painting by Danny Avidan, mixed media on canvas, 61 × 50 cm

Mythos und Verwandlung

Avidans Arbeit ist geprägt von seinen Studien der Mythologie und der vergleichenden Religionswissenschaft, die er als Zugänge zum kollektiven Unbewussten und zum menschlichen Wunsch versteht, die eigenen Grenzen zu überwinden. Geschichten von Verwandlung, Erneuerung und Verlust aus vielen Kulturen ziehen sich durch die Gemälde, zusammen mit Bildern aus der Kunstgeschichte.

Die Bezüge werden nie wörtlich illustriert. Sie tauchen in den Titeln von Werken und Ausstellungen auf – der griechische Mythos von Acis und Galatea, der Zyklop Polyphem, der dionysische Sparagmos – und gehen in einer Bildsprache auf, die offen und intuitiv bleibt. Die Gemälde bewegen sich frei zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven, zwischen Selbstporträt, Gefühlslandschaft und mythischem Raum.

Painting by Danny Avidan, mixed media on canvas, 200 × 180 cm

Mischtechnik auf Leinwand, 200 × 180 cm

Work on paper by Danny Avidan, mixed media on paper, 55 × 35 cm

Arbeiten auf Papier

Neben den großen Leinwänden arbeitet Avidan auf Papier in einem kleineren, intimeren Format. Die Linie ist hier freier. Zeichnung, Farbe und gerissene, geschichtete Blätter verbinden sich zu collageartigen Arbeiten, in denen Gesichter und Körper ins Bild hinein- und wieder hinausgleiten.

Die Arbeiten auf Papier zeigen denselben Prozess wie die Gemälde aus nächster Nähe – aufbauen, wegnehmen und neu beginnen – und geben einen direkten Einblick, wie seine Figuren entstehen.

Work on paper by Danny Avidan, mixed media on paper, 43 × 37 cm

Einzelausstellungen

  • 2025 In The Worldbreath All Is Wave – Galleria Alessandro Albanese / Matera, Italien
  • 2024 Sparagmos – 175 Rue du Temple / Paris, Frankreich
  • 2022 La tragédie d’Acis et Galatée – Salle culturelle du métro / Mailand, Italien
  • 2020 Tantava – Bark Gallery / Berlin, Deutschland
  • 2019 The Younger Dryas – Bark Gallery / Berlin, Deutschland
Work on paper by Danny Avidan, mixed media on paper, 32 × 22 cm

Gruppenausstellungen und Kunstmessen

  • 2025 Evanescentia – Escat Gallery / Barcelona, Spanien
  • 2025 Círculo Ecuestre | By Invitation – Escat Gallery / Barcelona, Spanien
  • 2025 ArtVerona – Galleria Alessandro Albanese / Verona, Italien
  • 2025 Swab Barcelona – Escat Gallery / Barcelona, Spanien
  • 2024 The Contours of Otherness – Museo Ebraico di Venezia / Venedig, Italien
  • 2022 Le Cose Che Accadono – Palazzo Montevecchio / Fano, Italien
  • 2022 Feria Material – Andrea Festa Fine Art / Mexiko-Stadt, Mexiko
  • 2021 Roma Arte in Nuvola – Andrea Festa Fine Art / Rom, Italien
  • 2021 Swab Barcelona – Andrea Festa Fine Art / Barcelona, Spanien

Presse: Interview im C-print Magazine.