Lovisa Sköld

Lovisa Sköld (geb. 1985) ist eine schwedische Ölmalerin mit Sitz in Göteborg. Ihre hyperrealistischen Gemälde von glänzenden Lackmänteln, metallischen Stiefeln, Daunenjacken und golden schimmernden Sesseln sind mit solcher Präzision ausgeführt, dass man sie leicht für Fotografien halten kann.

Doch der Glanz ist nur der Anfang. In Skölds Malerei ist die Oberfläche verführerisch und entlarvend zugleich – eine Sprache, ein Schutz und manchmal ein Werkzeug der Manipulation. Hinter jeder spiegelnden Falte steht die Frage, was wir zeigen und was wir verbergen.

Portrait of Lovisa Sköld
Lovisa Sköld in her studio among her oil paintings

Über Lovisa Sköld

Lovisa Sköld wuchs in Bredaryd bei Värnamo in Småland auf, in einer Gegend, die vom Arbeitsethos der Region Gnosjö geprägt ist: Fleiß und ein richtiger Beruf standen an erster Stelle. Künstlerin zu werden, war für sie, wie sie selbst sagt, überhaupt nicht auf dem Schirm. Nach dem Gymnasium zog sie nach Göteborg, um Schwedischlehrerin zu werden. Erst als sie an der HDK-Valand Kunst als zweites Fach studierte, erkannte sie, dass es das Schaffen selbst war, das sie antrieb. 2011 schloss sie ihr Studium als Kunstlehrerin ab.

Nach einigen Jahren im Klassenzimmer verließ sie den Lehrberuf, um sich ganz der Malerei zu widmen. Heute verbringt sie ihre Tage in ihrem Atelier am Stigbergstorget im Göteborger Stadtteil Majorna, wo all ihre Werke entstehen.

In den letzten Jahren hat ihre Kunst in den schwedischen Medien große Aufmerksamkeit erhalten, von SVT und TV4 bis zur Göteborgs-Posten, die sie 2021 zu einer der kulturellen Hoffnungsträgerinnen im Bereich Kunst kürte. 2016 wurde sie für den Göteborgspriset in der Kategorie Kunst nominiert.

Lovisa Sköld in front of two oil paintings of figures in glossy coats before a fire

Glänzende Welten

Sköld erforscht die Faszination unserer Zeit für das Glänzende, Polierte und visuell Kontrollierte. Inspiriert von Mode, Sport und Popkultur malt sie Lack, Latex, Gummi, Leder und metallische Stoffe – aber auch Müllsäcke und Planen, oft in ganz alltäglichen Zusammenhängen. Das Material spielt die Hauptrolle. Sie geht nah an ihr Motiv heran, wählt Ausschnitte wie in einem Modemagazin und lässt das Modell anonym bleiben.

Unter der perfekten Oberfläche liegt oft ein komischer oder verletzlicher Unterton, der verrät, wie konstruiert unser Leben und unsere Identität sein können. Was passiert, wenn man an der Oberfläche kratzt?

„Fast alle meine Werke enthalten glänzende Materialien, die für mich ein Symbol für Oberfläche sind – etwas, das wir unseren Freunden oder in den sozialen Medien zeigen.“ – Lovisa Sköld

Lovisa Sköld beside her oil painting of gold boots and a tennis ball by a pool

Vom Foto zum Öl

Jedes Gemälde beginnt mit einer Fotografie, die Sköld meist selbst aufgenommen hat. Danach baut sie das Bild in Öl auf – ein Material, das sie wegen seiner langen Trocknungszeit schätzt, denn so bleibt ihr Zeit, Schatten, Falten, Reflexe und Kontraste mit akribischer Präzision herauszuarbeiten. Sie arbeitet hochkonzentriert, manchmal sechs Stunden am Stück, und fängt nie wieder von vorn an.

Ihre Motive bewegen sich zwischen dem Alltäglichen und dem Fabelhaften. Kettlebells, Bowlingpins, Boxhandschuhe und Tennisbälle erhalten dieselbe luxuriöse Behandlung wie goldene Stiefel, glänzende Mäntel und Zwillinge in passendem Lack. Das Ergebnis sind Bilder, die zugleich vertraut und seltsam unwirklich wirken.

Lovisa Sköld in front of two oil paintings of figures in glossy black coats in a desert

Aufträge und Sammlungen

Neben der Arbeit im Atelier realisiert Sköld Kunst im öffentlichen Raum. Sie hat in Göteborg Wandbilder für Vasakronan und die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket gemalt, öffentliche Werke für das Göteborgs Stadsteater, die Löthallen in Sundbyberg und die Gemeinde Partille geschaffen und war Kooperationskünstlerin der Spielzeit 2025/26 am Backa Teater. Außerdem gestaltete sie das offizielle Plakat des Göteborg Film Festival 2026 mit einem roten, glänzenden Mantel, inspiriert von der Farbe klassischer Kinosessel.

2023 erwarb das Göteborgs Konstmuseum ihr Gemälde Brun kappa (2022) für seine Sammlung. Ihre Werke befinden sich außerdem im Besitz des Göteborgs Stadsteater, des Jönköpings läns museum sowie von 17 schwedischen Gemeinden und Regionen. Sie erhielt das einjährige Arbeitsstipendium des schwedischen Kunstförderungsausschusses Konstnärsnämnden (2021), das Iris-Kulturstipendium (2015) und das Kulturstipendium der Gemeinde Värnamo (2014).

Lovisa Sköld with her paintings in the studio

Einzelausstellungen

  • 2025–2026 Glossy Worlds – Jönköpings läns museum / Jönköping, Schweden
  • 2025 Premium – Galleri Backlund / Göteborg, Schweden
  • 2024 Soft polyester – POM Gallery / Mariefred, Schweden
  • 2020 Obligatorisk närvaro – POM Gallery / Mariefred, Schweden
  • 2019 Galleri Konsthallen, kuratiert von POM Gallery / Stockholm, Schweden
  • 2015 Gummifabriken / Värnamo, Schweden

Ausgewählte Gruppenausstellungen

  • 2026 Radical Rooms – Mankovsky Gallery / Stockholm, Schweden
  • 2026 March Madness – Room57 Gallery / New York, USA
  • 2026, 2024, 2021, 2019 Liljevalchs Vårsalong – Liljevalchs / Stockholm, Schweden
  • 2024 These Boots Are Made for Walkin’ – Room57 Gallery / New York, USA
  • 2022 Spring Break – Galleri Thomassen / Göteborg, Schweden
  • 2022 Open Call – Galleri Backlund / Göteborg, Schweden
  • 2021–2022 Nordisk salong – Dunkers kulturhus / Helsingborg, Schweden
  • 2020, 2019 Vårsalong – Galleri Backlund / Göteborg, Schweden